Sanierungssprint - bald auch bei uns?

Ein neues Thema geistert durch die Baubranche, das auch bei den Energieagenturen auf großes Interesse stößt. Der Sanierungssprint, eine energetische Rundumsanierung in 22 Tagen. Die Landesenergieagentur KEA in Karlsruhe mit ihrem Geschäftsbereich „Zukunft Altbau“ forcieren das Thema. Die Klimaschutz- und Energieagentur Enzkreis Pforzheim keep gGmbH (kurz keep) möchte das Thema aufgreifen, um die Sanierungsquote zu erhöhen. „Mit 0,67% Sanierungsquote/Jahr bei den Wohngebäuden ist noch viel Luft nach oben.“, so Edith Marqués Berger Geschäftsführerin der keep. „Um die Klimaziele zu erreichen brauchen wir nach Studien der dena eine Sanierungsquote von 2 %. Das Thema interessiert uns sehr um die Sanierungsquote zu steigern. Wir möchten den Sanierungssprint bekannt machen und Mitstreiterinnen und Mitstreiter dafür gewinnen. Dass es funktionieren kann, haben einige Pilotprojekte deutschlandweit und auch im Raum Stuttgart schon gezeigt.“ „Lange Bauzeiten, ein großer Koordinierungsaufwand und nachträgliche Kostensteigerungen schrecken viele Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer davon ab sich an die Sanierung eines Altbaus zu machen. Der Sanierungssprint kann, wenn die Voraussetzungen stimmen, eine Lösung sein.“ ergänzt Elias Weigel, ebenfalls Geschäftsführer der keep. Das Konzept Sanierungssprint wurde von Bauingenieur Ronald Meyer zusammen mit Agora Energiewende und der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz entwickelt und bundesweit in mehreren Pilotprojekten umgesetzt. Diese wurden vom ifeu Institut in Heidelberg und der Uni Stuttgart wissenschaftlich begleitet. Der Beweis, dass es funktionieren kann, wurde erbracht. Es ist Sache einer guten Organisation und Kommunikation bei gleicher Qualität. Ein Sanierungssprint umfasst Energiesparmaßnahmen wie Dämmung, Heizung mit 100 Prozent erneuerbaren Energien und Photovoltaik. Neugestaltungen von Raumzuschnitten sowie Bad- und Küchensanierungen können auf Wunsch ebenfalls integriert werden. Für einen erfolgreichen Sprint ist eine genaue Planung im Vorfeld entscheidend. Dazu wird der zumeist halbtagesgenaue Taktplan durch die Sanierungssprintkoordinatorin bzw. den -koordinator in Absprache mit den Handwerksunternehmen erstellt. Schnittstellen zwischen verschiedenen Gewerken sind abstimmungs- und zeitintensiv. Bei Sanierungssprints erfolgen Abstimmungen bereits standardisiert im Vorfeld oder, wenn sie während der Bauzeit spontan auftreten, direkt vor Ort. Das spart allen Beteiligen viel Zeit auf der Baustelle. Es wird täglich ein gemeinsames Mittagessen auf der Baustelle angeboten, das zur Absprache auf kurzem Weg genutzt wird. Als Herzstück des Sanierungssprints sorgt der Bauzeitenplan dafür, dass alle auf der Baustelle tätigen Gewerke parallel und eng abgestimmt arbeiten können. Das stellt schnelle Baufortschritte, kurze Baustellenzeiten und hohe Qualitätsstandards sicher. Die Baustelle wird im Bauzeitenplan zudem in eine Innen- und eine Außenbaustelle aufgeteilt. „Wir wollen den Sanierungssprint auch hier in unserer Region etablieren und gerne ein Pilotprojekt initiieren,“ so die beiden Geschäftsführer der keep. „Dazu brauchen wir zuerst engagierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter wie Architektinnen und Architekten, Bauleiterinnen und Bauleiter sowie Handwerkerinnen und Handwerker, die sich gerne bei uns melden können und bei der KEA in die dafür vorgesehene Landkarte eintragen lassen können.“ Im zweiten Schritt würden wir, sobald das Netzwerk steht, ein Pilotprojekt mit einem Einfamilienhaus oder einer Doppelhaushälfte starten. Geplant sind auch Vortragsveranstaltungen um das Thema weiter publik zu machen.   www.zukunftaltbau.de info@keep-energeiagentur.de
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