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Klimaschutz- und Energieagentur Enzkreis Pforzheim

Nachhaltigkeits-Tipp Januar: Weniger Energie beim Streamen verbrauchen

In der Winterzeit verbringen Menschen gern viel Zeit
zuhause im Kreise der Familie. Längst gehören Streamingdienste wie
Netflix, Amazon Prime & Co. zum winterlichen Standardprogramm, um
Serien, Filme und Musik genießen zu können. Die Klimaschutz- und Energieagentur Enzkreis Pforzheim keep erklärt, wie beim Streamen Energie eingespart werden kann.

Um Audio- und Videoinhalte speichern und zur Verfügung stellen zu können,
sind riesige Serverfarmen notwendig. Der Betrieb dieser Farmen und der
tagtägliche millionenfache Zugriff auf deren Inhalte verbraucht viel Energie.
„Wer diese Streaming-Dienste nutzt, sollte wissen, wie energiehungrig alltägliche digitale Vorgänge sind“, erläutert Julia Solar, Klimaschutzmanagerin der Klimaschutz- und Energieagentur Enzkreis Pforzheim keep. So entspricht das einstündige Streamen eines Films in etwa der Emission eines Kleinwagens bei einem Kilometer Autofahrt. Unser „digitaler“ Fußabdruck wächst mit jedem Klick: Ob bei der Nutzung
sozialer Netzwerke und installierter Apps, Webseiten oder E-Mail-Diensten. Das Video-Streamen, also die Übertragung von Bewegtbildern, ist besonders energieintensiv. Laut einer Studie des „Think Tank Shift Project“ sorgt Video-Streamen für mindestens ein Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Allein im Jahr 2018 waren es über 300 Millionen Tonnen, das entspricht in etwa dem jährlichen CO2-Ausstoß Spaniens.
In Deutschland sind schätzungsweise mehr als drei Viertel aller übertragenen Daten Videos. Wie viel Treibhausgase damit genau verursacht werden, ist kaum zu ermitteln. Aber: Videos, die über mobiles Internet ohne vorherigen Download in hoher Qualität gestreamt werden, benötigen am meisten Energie:
Bei einem 3,5-stündigen Videostream jeden Tag in hoher Qualität entstehen 65 Kilogramm CO2 pro Jahr.
Je nach Übertragungstechnik variieren die Energieverbräuche und damit die CO2-Emissionen stark. Die Datenverarbeitung eines Videos in HD-Qualität in den Rechenzentren verbrauchen dabei mit 1,5 Gramm CO2 pro Stunde verhältnismäßig nur wenig Energie. Entscheidend für die CO2-Bilanz beim Streamen ist daher laut einer Studie des Umweltbundesamtes die Übertragung der Daten zur Nutzerin oder zum Nutzer. Am besten schneidet das Streaming des Videos über einen Glasfaser-Anschluss mit nur zwei Gramm CO2 pro Stunde für das Rechenzentrum und die Datenübertragung ab. Das Streamen über Kupferkabel verursacht vier Gramm CO2 pro Stunde, über das 5G-Netzt sind es fünf Gramm CO2 pro gestreamter Stunde. Das Streamen im 4G-Netz benötigt bereits 13 Gramm CO2 pro Stunde. Über das Mobilfunknetz 3G hingegen wird ein Vielfaches an CO2 ausgestoßen – nämlich 90 Gramm pro Stunde.

Mit diesen einfachen Maßnahmen lässt sich der „digitale“ Fußabdruck beim Streamen reduzieren:

  1. Streamen Sie Musik nicht jedes Mal neu, sondern laden Sie diese
    einmalig herunter und speichern Sie sie lokal. Schalten Sie die Autoplay-
    Funktion aus. Dann werden nur die Videos heruntergeladen, die Sie
    auch wirklich sehen wollen.
  2. Das Herunterladen von Audiodateien verbraucht nur einen Bruchteil des
    Datenvolumens welches Videos verbrauchen. Nutzen Sie zum
    Musikhören daher besser Musikstreaming-Dienste als Dienste, die die Musik mit Videos anbieten.
  3. Nutzen Sie zur Datenübertragung ihren Internetzugang zu Hause. Wer
    darüber auf die jeweilige Streaming-Plattform zugreift, verursacht
    weniger CO2 als mit einer Internetverbindung über den Mobilfunk.
  4. Achten Sie beim Video-Streamen auf die Bild-Qualität: Wer die
    Auflösung etwas senkt, zum Beispiel auf 720p oder 480p, statt in voller
    HD-Auflösung zu schauen, verbraucht weniger Energie. Auf kleinen Bildschirmen führt das zu einer kaum wahrnehmbaren Verschlechterung der Bildqualität. Eine Anleitung zum Ändern der Auflösung finden Sie auf der Website Ihres Streaming-
    Anbieters.
  5. Streamen Sie nicht nebenher Videos: Viele Menschen streamen, während sie den Haushalt erledigen, Videos und hören nur zu. Nutzen Sie stattdessen lieber Musik oder Podcasts, die ohne Bild auskommen. Hier gibt es neben verschiedenen kommerziellen Anbietern beispielsweise die ARD Audiothek, über welche Sie Podcasts, Hörbücher, Musik, Nachrichten und Wissenssendungen kostenfrei anhören können.
  6. Schauen Sie TV-Sendungen nach Möglichkeit am Fernsehgerät und nicht per Stream. Eine Fernsehsendung im TV löst eine Ausstrahlung aus, auch wenn mehrere Millionen Menschen die Sendung schauen. Streamt die gleiche Anzahl Menschen die Sendung, sind auch mehrere Millionen Übertragungen notwendig, was einen stark erhöhten Stromverbrauch mit sich bringt.
  7. Verwenden Sie zum Streamen nur ein Gerät. Viele Fernseher haben die Möglichkeit, einen Laptop anzuschließen. Durch die beiden genutzten Bildschirme steigt aber auch der Stromverbrauch.
  8. Nutzen Sie Ihre Geräte so lange wie möglich. Bevorzugen Sie beim
    notwendigen Neukauf von Unterhaltungselektronik energieeffiziente
    Geräte. Das EU-Energielabel, der Blaue Engel oder „TCO Certified“
    bieten hier Orientierung.

Grundsätzlich gilt: Endgeräte mit großen Bildschirmen verbrauchen mehr Strom
als kleine und generell sollten Tabs und Fenster im Web Browser geschlossen
werden, wenn sie gerade nicht gebraucht werden.

 

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